Häufige Fragen zur Weiterbildung

1) "Welche Fördermöglichkeiten gibt es?"

Fördermöglichkeiten sind immer von der individuellen Situation abhängig, unter anderem auch davon, in welchem Bundesland du lebst und arbeitest. In manchen Bundesländern ist eine Förderung aus Landesmitteln etwa über das LASA möglich. Wenn du ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von unter 20 000 €/Alleinstehende bzw. 40 000 €/gemeinsam Veranlagte hast und eine Arbeitszeit von mindestes 15 Wochenstunden, dann kommt für dich auch die Bildungsprämie in Höhe von 500€ Zuschuss in Frage. Bei einem zusätzlichen Eigenanteil von 500€ kannst du damit bei uns die Weiterbildung "Basiswissen Erlebnispädagogik" absolvieren. Die sechs absolvierten Kurse und die dafür bezahlten Kursgebühren werden im vollen Umfang auf die Ausbildung zum Erlebnispädagogen angerechnet. Manche bekommen ihre Weiterbildung auch ganz oder teilweise vom Arbeitgeber finanziert. Es lohnt sich auf jeden Fall bei diesem nachzufragen. Gerne stellen wir dir dafür eine Kursbeschreibung zur Verfügung, welche die mit dem Kursbesuch verbundenen Kompetenzen und Fähigkeiten auflistet. Eine Förderung der Weiterbildung als Qualifizierungsmaßnahme durch Jobcenter oder Arbeitsamt ist unseres Wissens nach nicht möglich. Doch lohnt es sich natürlich auch hier gegebenenfalls nochmals bei den entsprechenden Stellen nachzuhaken.

 

2) "Was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Weiterbildungsangeboten bei eventus?"

Der Mittelpunkt unserer Weiterbildungsangebote ist die Ausbildung zum "Geprüften Erlebnispädagogen" mit Zertifikat. Diese hat einen Umfang von mindestens 192 Unterrichtsstunden und einem zusätzlichen Praxisanteil von etwa 80 Stunden. Diese Ausbildung richtet sich nach den verbindlichen Standards des Bundesverbandes für Erlebnispädagogik und stellt eine vollumfängliche erlebnispädagogische Zusatzausbildung/Weiterbildung dar. Daneben bieten wir auch eine Weiterbildung "Basiswissen Erlebnispädagogik" an. Diese Weiterbildung ist vor allem für jene gedacht, welche sich ein begrenztes erlebnispädagogisches Repertoire aneignen möchten, jedoch die Anforderungen der Vollausbildung scheuen. Gleichzeitig ist diese begrenzte Weiterbildung so konzipiert, dass über sie der Zugang zur Vollausbildung zum Geprüften Erlebnispädagogen auch für jene möglich wird, welche auf die Förderung durch die Bildungsprämie angewiesen sind. Hierzu beraten wir gerne. Gleichzeitig steht jedes Kursmodul als in sich abgeschlossener Lehrgang auch für all jene zur Verfügung, die keine umfängliche Weiterbildung absolvieren, sondern sich in ausgewählten Bereichen fortbilden wollen. Dies kann aus persönlichem oder beruflichen Interesse geschehen. Es kommt immer wieder vor, dass sich Teilnehmer nach dem Absolvieren einzelner Kurse irgendwann dann doch zur Vollausbildung entschließen. Dies ist ganz einfach, denn alle bei eventus zuvor absolvierten Kurse werden darauf angerechnet.

 

3) "Wie schwierig ist der Abschluss?"

Der Abschluss unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der Du dich auf die Ausbildung zum Erlebnispädagogen eingelassen hast und unterstützt deine eigene berufliche Qualifizierung. Der Abschluss ist so angelegt, dass jeder ihn bestehen kann. Er soll dazu helfen, dass Du wichtige Inhalte des Seminars nochmals rekapitulierst, dass du dich darin übst, exemplarisch ein erlebnispädagogisches Konzept zu erstellen, zu durchdenken, durchzuführen, zu reflektieren sowie die Ergebnisse zu präsentieren. Der Abschluss hilft Dir dich versiert und fundiert im erlebnispädagogischen Kontext zu bewegen und auszudrücken. Der Abschluss ist in drei Teile aufgeteilt: a) die schriftliche Ausarbeitung deines Praxisprojekts, b) die mündliche medienunterstützte Präsentation deines Abschlussprojekts  und c) die Praxisprüfung in der Kleingruppe.

 

4) „Was kann ich nach der Weiterbildung bei eventus?"
Das hängt von Deiner Vorbildung ab und davon, wie sehr Du dich in das jeweilige Thema vertiefst. In den Seminaren arbeiten wir hauptsächlich praktisch, mit dem Ziel, dass Du das Gelernte anschließend anwenden kannst. Wenn Du z.B. bei Spielen schon oft angeleitet und mit Gruppen gearbeitet hast, kannst Du dein Repertoire erweitern und deine Methodik verfeinern, wenn Du so etwas noch nie gemacht hast, musst Du natürlich üben und dadurch Erfahrung erwerben. Außerdem lernst Du wichtiges theoretisches Wissen über die jeweiligen Themengebiete und ihre erlebnispädagogische Anwendung. Du erlernst jede Menge erlebnis-pädagogischer Bausteine, die du in deinem Tätigkeitsfeld einbauen und miteinander kombinieren kannst.

Unsere Dozenten sind in der Ausbildung von Erziehern und Lehrern tätig. Viele unserer TeilnehmerInnen sind Sozialpädagogen, arbeiten als Lehrer oder als Erzieher im Hortbereich. Deshalb ist unsere Weiterbildung insbesondere auch für Menschen, welche in diesen Berufsfeldern tätig sind, besonders gewinnbringend.

Unsere Teilnehmer berichten darüber hinaus ganz allgemein, dass im Rahmen der Weiterbildung bei Ihnen Mut und Selbstvertrauen gewachsen sind, sich ihre Grenzen erweitert haben, sie in ihrem Handeln freier geworden sind, sie nicht nur an pädagogischer Kompetenz, sondern auch an persönlichem Profil gewonnen haben. Diese Selbstwahrnehmung können wir bei jedem Jahreskurs erneut bestätigen.

 

5) „Welche Voraussetzungen brauche ich?“
Öffne die Sinne, Entdecke Neues, begeistere Dich! 
Pädagogische Vorkenntnisse oder Erfahrung mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen sind zwar gut, aber nicht notwendig. Wir erwarten die Bereitschaft, sich auf eine Gruppe und ihren Prozess einzulassen und zu ihrem Wohl beizutragen.

Unsere Teilnehmer kommen aus allen möglichen Berufen, manche arbeiten pädagogisch, andere nicht; die einen bringen ihre Erfahrungen als Väter und Mütter mit, andere sind einfach neugierig. Die einen möchten die Erlebnispädagogik in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anwenden, anderen liegt es mehr daran mit Erwachsenen zu arbeiten. Wieder andere sehen die Weiterbildung auch als grundsätzliche Möglichkeit, ihr Erfahrungsspektrum und Repertoire zu erweiten.



6) „Welchen Vorteil habe ich mit einem eventus-Zertifikat?"

Wir halten uns an die Standards des Bundesverbandes Erlebnispädagogik (be) zur Qualifikation für Erlebnispädagogen. Sie definieren Qualitätskriterien für die erlebnispädagogische Weiterbildung auf dem Hintergrund des europäischen Qualitätsstandards für lebenslanges Lernen (EQL). Das eventus-Zertifikat „Geprüfte/r ErlebnispädagogIn“/ “Erlebnispädagoge Grundqualifikation GQ“ benennt alle gelernten Themen und die Praxiserfahrung. Für den Titel auf dem Zertifikat zählt die individuelle Vorbildung: Geprüfter Erlebnispädagoge wird, wer schon einen pädagogischen Beruf erlernt/studiert hat oder schon länger im Bereich Pädagogik und Soziales arbeitet. Die Bezeichnung „Grundqualifikation Erlebnispädagogik“ gilt für Absolventen, die noch keinen pädagogischen o.ä. Beruf erlernt oder darin gearbeitet, jedoch durch den erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung erlebnispädagogische Kompetenz erworben haben. Diese Bezeichnungen sind verbandlich geregelt und stellen keinerlei Wertung dar.
 
7) „Warum ist das Zertifikat nicht staatlich anerkannt?"

Es handelt sich um eine Weiterbildung in einem relativ neuen Berufsfeld. Das Berufsbild des Erlebnispädagogen ist nicht staatlich anerkannt, jedoch ist es eine Zusatzqualifikation, welche von vielen Arbeitgebern sehr geschätzt wird. Eine staatliche Anerkennung gibt es nur bei Masterstudiengängen mit ep-Inhalt. 

8) „Welche Pädagogik macht eventus?“

Unser Ansatz ist es, die Erlebnispädagogik ganzheitlich zu begreifen. So wie schon in Urzeiten Wildnisleben und kulturelle Techniken Hand in Hand gingen und miteinander verwoben waren, so verbinden wir bei eventus Naturerlebnis-, Abenteuer- und Wildnispädagogik mit künstlerisch-sozialem Zusammenarbeiten (z.B. durch Theater-Musik-Tanz-Zirkus-Kunsthandwerk-LandArt). Vielfältige erlebnispädagogische Medien und Techniken ermöglichen den vielseitigen Einsatz in Stadt und Land.

Der Befähigung mit allen Sinnen zu leben, mit weitem Herz und wachem Verstand gleichermassen der Welt zu begegnen und sie zu gestalten, gilt unser besonderes Augenmerk. Das lebenslange und handlungsorientierte Lernen sind die Grundlage für ein Erleben mit Kopf, Hand und Herz.

Die Ideen der Reformpädagogik, wie sie etwa von Kurt Hahn weiter entwickelt wurden, sind Grundlage unserer Arbeit. Unser Verständnis der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist durch die Waldorfpädagogik geprägt. So arbeiten wir genauso mit Elementen aus der Waldorfpädagogik wie der intuitiven Pädagogik und anderen Bereichen der Reformpädagogik (z.B. Reichwein, Montessori, Korczak). 

Ebenso legen wir in unserer Weiterbildung Wert auf ein ökologisch verantwortungsvolles Naturverständnis und einen nachhaltigen Umgang  des  Menschen mit der Natur. 

 

9) "Welchen Sinn hat ein Pratikum bei eventus?"

Das Praktikum bei eventus ist eine einmalige Chance unter fachlicher Anleitung ein bewährtes und fundiertes Konzept für Freizeiten, Klassenfahrten etc. kennen zu lernen, welches Du später in deinem eigenen beruflichen Umfeld weiter verwenden kannst. Hier lernst du exemplarisch die einzelnen Schritte von Campvorbereitung, Durchführung und Nachbereitung, kannst konkret mit Unterstützung erfahrener Erlebnispädagogen Elemente aus den Kursen einbringen, dein eigenes Praxisprojekt durchführen und dieses reflektieren. Das Praktikum bei eventus ist sozusagen ein geschützter Rahmen für den Sprung aus der Theorie in die Praxis. Gleichzeitig lernst du hier den komplexen Aufbau eines mehrtägigen Projekts kennen. Darüber hinaus berichten so gut wie alle Teamer jeden Jahr erneut, wie viel Spaß ihnen die Mitarbeit bei einem eventus Camp gemacht hat. Zu guter Letzt werden bein einem eventus Camp deine Spesen übernommen und dur erhältst ein kleines Taschengeld. 

 


10) „Was ist der Unterschied zwischen den Grundlagen- und den Erweiterungskursen?“ 


Alle Grundlagenkurse sind Pflichtkurse. Vier der Kurse decken den Bereich "Natur" ab, zwei Kurse den Bereich "Kultur" bzw. "Interkulturelles Lernen" die restlichen vier Kurse haben den Schwerpunkt "Soziale Interaktion". In den Grundlagenkursen werden Methoden, Spiele, Übungen vermittelt, welche meist ohne größeren Materialeinsatz bei den jeweiligen Zielgruppen einzusetzen sind. Die Erweiterungskurse sind Wahlpflichtkurse, die jedes Jahr in etwas unterschiedlicher Zusammensetzung angeboten werden. Mit den Erweiterungskursen geben wir den Teilnehmern die Möglichkeit, mit besonderen Bereichen der Erlebnispädagogik und deren Medien vertrauter zu werden, etwa bei Zirkus, beim Intuitivem Bogenschiessen oder dem Jugger. Beim Erweiterungskurs "Solo" wird ein Grenzgebiet der Erlebnispädagogik berührt, welches die Persönlichkeitsentwicklung in der Natur mit Hilfe von Ritualen im Blick hat und welches in unserer Zeit zunehmend an Bedeutung erfährt. City Bound nimmt Erlebnispädagogik im Erlebnisraum Großstadt in den Blick. Alle unsere Kursinhalte sind so ausgewählt und konzipiert, dass sie eine gute spätere Anwendung des Gelernten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Großststadt bzw. im Naturraum Ost- und Nordeutschlands erlauben.

 

11) „In welchem Zeitraum muss ich die Weiterbildung machen?“ 

Du kannst jederzeit in die Weiterbildung einsteigen. Im Zeitraum eines Jahres bieten wir min. 12 Kursmodule an. Nach dem Einstieg und der Entscheidung für die Weiterbildung sollten alle Kurse möglichst kontinuierlich besucht werden. Für den eigenen Prozess, den Gruppenprozess und die Seminarorganisation hat es sich als lohnend erwiesen, die Weiterbildung konsequent anzugehen und innerhalb von 12-15 Monaten abzuschliessen. In individuellen Notfällen (Familie, Krankheit, berufliche Belastung) 
kann eine Verlängerung des Weiterbildungszeitraumes mit der Seminarleitung abgesprochen und von dieser genehmigt werden. Für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist der erfolgreiche Besuch von mindestens 10 Kursen zwingend erforderlich.

 


12) „Warum ist die Seminarreihe so günstig?“
Unsere Preise sollen für jeden erschwinglich sein. Als gemeinnütziger Verein der Volksbildung und der Erziehungshilfe möchte eventus die Verbreitung erlebnispädagogischer Methodik einem breiten Publikum zugänglich machen. So versuchen wir ein Fortbildungsangebot bereit zu stellen, welches von möglichst vielen Pädagogen in Anspruch genommen werden kann. Gleichzeitig ist es uns jedoch wichtig, auch unsere eigenen Dozenten angemessen für ihre gute Arbeit zu vergüten. Eine Kostenübernahme durch öffentliche Stellen ist darüber hinaus in manchen Fällen möglich und ist individuell anzufragen.



 

13) „Kann man nach der Weiterbildung bei eventus mitarbeiten?“

Wenn Projekte da sind, brauchen wir immer wieder Honorarkräfte. Wir sind auch mit mehr als 12 Jahren Wirken ein immer noch junger Verein, der sich gerne weiterentwickelt; wenn Du Ideen hast, die Du bei uns verwirklichen möchtest, bist du gerne willkommen. Ehemaligen Weiterbildungsteilnehmern bieten wir darüber hinaus die Möglichkeit, zu einem stark ermässigten Preis einzelne Themenwochenenden als Auffrischung, als eine Art Supervision oder einfach auch als Rückbindung des eigenen Tuns an eventus zu wiederholen.

 

14) „Was kosten Verpflegung und Unterkunft?“ 

Aus rechtlichen und organisatorischen Gründen sind Fahrt, Unterkunft und Verpflegung nicht Teil unseres Kursangebotes. Die Teilnehmer planen und organisieren die Verpflegung im Regelfall selbst. 
Übernachtung ist in Berlin mit Schlafsack und Isomatte meist umsonst -gegen kleine Spende für die Kaffeekasse, möglich, direkt am Seminarort. Bei Veranstaltungen außerhalb ist ein Preis von ca. 15 € pro Wochenende für die Unterkunft (Zelten) einzukalkulieren, zuzüglich den Kosten der Selbstverpflegung (ca. 10-12€ p.P/WE). Meist wird zusammen gekocht und werden die Kosten umgelegt. Einzelne Wochenenden wie Team (Seminarhaus aus inhaltlichen Gründen) erfordern eine höhere Kostenbeteiligung (ca 30-40€ p.P/WE).

 


15) „Kann ich bei eventus eine bereits begonnene EP-Weiterbildung von anderen Anbietern beenden?“
Um zu beurteilen, inwieweit die bisher erworbenen Qualifikationen mit unseren Angeboten übereinstimmen, führen wir gerne ein persönliches Gespräch. Danach entscheiden wir, was möglicherweise anerkannt werden kann.

 

16) "Werden frühere Fortbildungen, die ich bei eventus gemacht habe, anerkannt?"

Alle früheren Einzelfortbildungen/Fortbildungswochenenden, welche du bei eventus gemacht hast, werden selbstverständlich anerkannt, solltest du dich entschließen die gesamte Ausbildung zum Erlebnispädagogen zu absolvieren. Wir haben auch immer wieder einmal Abbrecher, die zu einem späteren Zeitpunkt dann doch die Ausbildung wieder aufnehmen. Auch dies ist möglich und die bisherigen Ausbildungsleistungen werden von uns berücksichtigt.